Glossar

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+

Das Plus steht für das komplette Spektrum an Sexualitäten und Gender Identities mit den sich Personen identifizieren und die hetero- und cisnormativen* Vorstellungen nicht entsprechen

B

Bisexuality
Bisexualität ist eine romantische oder sexuelle Anziehung zu Männern und Frauen oder Personen die sich nicht mit den binaren Geschlechtern identifizieren.

C

cis
Die Vorsilbe ‚cis‘ wird benutzt, um auszudrücken, dass eine Person sich mit dem Geschlecht identifiziert, dem x bei der Geburt aufgrund der Genitalien zugewiesen wurde. ‚Cis‘ ist somit das Gegenstück zu ‚trans‘.
Heteronormativität ist also ein gesellschaftliches System, in dem es nur zwei Geschlechter gibt die sich sexuell aufeinander beziehen – also in dem Heterosexualität die Regel oder eben „das Normale“ ist. Wer von diesen gesellschaftlichen Regeln abweicht, wird oft diskriminiert.

G

Gay
Als schwul werden Männer oder sich mit Männlichkeit identifizieren Personen bezeichnet, die sich romantisch und/oder sexuell zu anderen Männern oder sich mit Männlichkeit identifizierenden Personen hingezogen fühlen. Im Englischen identifizieren sich manche lesbische Frauen oder sich mit Weiblichkeit identifizierende Personen bezeichnen ebenfalls als gay.

Gender Indentity / Geschlechtsidentität
Die Geschlechtsidentität eines Menschen bezeichnet, mit welchem Geschlecht oder welchen Geschlechtern sich ein Mensch selbst identifiziert. Die Geschlechtsidentität eines Menschen muss nicht mit dem Geschlecht übereinstimmen, dem x bei der Geburt zugewiesen wurde.

Gender nonconforming
Eine Person, die sich als ‚gender nonconforming‘ oder ‚gendervariant‘ identifiziert, hat eine Geschlechtsidentität, die nicht mit dem Geschlecht übereinstimmt, dem eine Person bei der Geburt zugewiesen wurde. Im Gegensatz zu trans geht es dabei aber mehr um die grundsätzliche Ablehnung der gesellschaftlichen binären Norm in Bezug auf Geschlecht.

Genderfluid
Veröffentlicht 15. Juni 2017 · Aktualisiert 29. September 2020
Bei genderfluiden Personen ändert sich die Geschlechtsidentität über einen Zeitraum oder auf bestimmte Situationen bezogen. Das Geschlecht kann zwischen allen möglichen Geschlechtern wechseln, z.B. von männlich zu weiblich, aber auch von weiblich zu nonbinary, von nonbinary zu agender, etc. Im Unterschied zu einer genderqueeren Identität ändert sich die Identität und ist nicht unbedingt zu jedem Zeitpunkt außerhalb der Geschlechterbinarität zu verorten.

H

Heteronormativ
Heteronormativität bezeichnet eine Weltanschauung, welche die Heterosexualität als soziale Norm annimmt. Zugrunde liegt eine binäre Geschlechterordnung, in welcher das anatomische/biologische Geschlecht mit Geschlechtsidentität, Geschlechtsrolle und sexueller Orientierung gleichgesetzt wird. Das heteronormative Geschlechtermodell geht von einer dualen Einteilung in Mann und Frau aus, wobei es als selbstverständlich angesehen wird, dass eine heterosexuelle Entwicklung vorgesehen ist und damit der „normalen“ Verhaltensweise entspricht.

I

Intergeschlechtlichkeit
Ein intersexueller Körper weist sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale auf, so dass eine eindeutige Zuschreibung über das binäre Geschlechtssystem (Mann und Frau) nicht ohne Weiteres möglich ist. Ein anderer Begrife für Intersexuelle ist zwischengeschlechtliche Personen, während das Wort „Zwitter“ meist abwertend gebraucht wird.

L

Lesbian
Als lesbisch werden Frauen oder sich mit Weiblichkeit identifizierende Personen bezeichnet, die sich romantisch und/oder sexuell zu anderen Frauen oder sich mit Weiblichkeit identifizierenden Personen hingezogen fühlen.

M

Misgendern
Misgendern bedeutet, dass eine Person dem falschen Geschlecht zugeordnet und/oder über sie mit dem falschen Pronomen geredet wird. Das kann manchmal unabsichtlich passieren. Es kann aber auch absichtlich, z.B. als Abwertung oder Ablehnung, gemeint sein. Misgendering betrifft vor allem trans und nichtbinäre Menschen und kann Dysphorie auslösen.

N

Nichtbinär
Als nichtbinär oder nonbinary bezeichnen sich Menschen, die sich nicht als Mann oder Frau identifizieren, sondern als beides gleichzeitig, zwischen männlich und weiblich oder als weder männlich noch weiblich. Ein Beispiel für eine nichtbinäre Identität ist genderqueer. Nonbinary ist auch inklusiv für inter Menschen.

P

Pansexualität
Pansexualität, pansexuell: Pansexuelle Menschen fühlen sich zu Menschen aller Geschlechter sexuell hingezogen und/oder ihre sexuelle Anziehung basiert nicht auf dem Geschlecht des*der anderen.

Polysexualität
Polysexuell, Polysexualität: Polysexuell bedeutet, dass eine Person sich zu Menschen mehrerer, aber nicht aller, Geschlechter körperlich bzw. sexuell hingezogen fühlt. Dies kann ein Überbegriff auch für bi+sexuell, pansexuell und/oder omnisexuell sein.

Q

Queer
Gender Queer* ist ein Überbegriff für alle Gender Identities die nicht ausschließlich männlich oder weiblich sind, sondern sich außerhalb der Binarität der Geschlechter befinden.

R

Regenbogenfamilie
Regenbogenfamilie: Eine Regenbogenfamilie ist eine Familie, in der eins oder mehrere Elternteile nicht heterosexuell und / oder cisgeschlechtlich sind. Z.B. also, wenn die Eltern lesbisch oder schwul sind, ein Elternteil bi+sexuell ist, es sich um eine poly– Konstellation handelt, oder eins oder mehrere Elternteile trans oder intergeschlechtlich sind. Außerdem wird es auch als Regenbogenfamilie bezeichnet, wenn sich zwei oder mehr Personen zusammentun, die nicht ineinander verliebt sind, um gemeinsam ein Kind zu bekommen und / oder aufzuziehen. Das kann z.B. daran liegen, dass sie a_romantisch sind, oder dass sie ihr Familienleben schlichtweg anders gestalten wollen als die klassische Kleinfamilie.

T

Transgender
Transgender ist ein Überbegriff für Personen die sich nicht mit dem Geschlecht identifizieren welches ihnen bei der Geburt zugewiesen wurde. Oft abgekürzt als Trans.

Z

Zugewiesenes Geschlecht/Hebammengeschlecht
Das zugewiesene Geschlecht beschreibt den Geschlechtseintrag auf der Geburtsurkunde eines Kindes, der bei der Geburt aufgrund von Genitalien zugewiesen wird. Es kann aber auch das Geschlecht bezeichnen, zu dem eine inter* Person mithilfe von Genitaloperationen zwanghaft zugewiesen wurde. In Deutschland gibt es mittlerweile vier gültige Geschlechtseinträge: männlich, weiblich, divers und den offenen Personenstand (bei dem nichts eingetragen wird).

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